Am Appelbach auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe © Dominik Ketz - Titelbild_Am Appelbach auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe

8. Juli 2021

Wandern im Sommer – Darum ist die Hiwweltour Tiefenthaler Höhe ideal für heiße Tage

Kennt Ihr das auch. Man will Wandern aber draußen ist es eigentlich viel zu heiß. Trotzdem hat man Lust auf eine schöne, abwechslungsreiche Runde, mit viel Schatten und Wasser. Dann probiert mal die Hiwweltour Tiefenthaler Höhe. In Rheinhessen kaum zu glauben, aber hier gibt es mehr Wald als Wein und der Appelbach sorgt für die notwendige Erfrischung. Warum diese Wanderung die ideale „Sommertour“ ist verrate ich euch im Wanderbericht.

Gleich zum Start: Erfrischung am Appelbach

Direkt am Anfang der rund zwölf Kilometer langen Hiwweltour Tiefenthaler Höhe geht es ins idyllische Appelbachtal. Hier wanderst du am Ufer des Bachs entlang, der nach umfangreicher Renaturierung wieder zu einem wertvollen Lebensraum geworden ist. Die Frösche quaken und die Vögel zwitschern um die Wette. Mehr Natur geht nicht! Zusammen mit dem Fischweiher des Angelsportvereins ist hier ein richtiges Kleinod entstanden, das besonders an heißen Tagen einfach gut tut. Also Wasser ins Gesicht, kurz innehalten und weiter auf der Tour.

Viel Wasser begegnet Euch am renaturierten Appelbach auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe
Auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe findet Ihr auch den ein oder anderen Obstbaum

Direkt nach dem Feuchtbiotop wartet bereits der kühle Mischwald. Langsam aber sicher gewinnst du an Höhe, schließlich bedeutet „Hiwwel“ auf rheinhessisch Hügel. Zum Glück bleibt es aber schön schattig und der Anstieg ist es auch nicht zu steil:-).

Immer wieder öffnet sich der Wald auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe

Wunderschöne Panoramen am Waldrand

Der gemächliche Anstieg hat sich gelohnt! Sobald du aus dem Wald trittst, präsentiert die Hiwweltour die „Rheinhessische Schweiz“ von ihrer schönsten Seite. Tiefe Täler, bewaldete Hügel und diese wunderbare Weite. Mittendrin steht die hochgotische Turmspitze der Kapelle von Hof Iben, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, als die Templer hier eine Wasserburg bauten.

Der Ausblick über die Rheinhesseische Schweiz auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe

Herrliche Panoramablicke und schattige Waldabschnitte wechseln sich auf diesem Abschnitt der Hiwweltour jetzt ab. Eine perfekt platzierte Wanderliege lädt dazu ein, noch einen Moment länger am Waldrand zu verweilen und die Landschaft zu genießen. Alles schön im Schatten und trotzdem mit toller Aussicht.

Das Dunzelloch – Ein verlassener Steinbruch

Farne, Steine und ganz vielgrün erwarten dich am Dunzelloch

Nach der Schutzhütte Steinkaute erreichst du wenig später ein Kleinod auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe. Verborgen in dichtem Grün liegt das Dunzelloch, ein alter Steinbruch, den sich die Natur inzwischen auf imposante Weise zurückerobert hat. Trotzdem kannst du hier immer noch beeindruckende Steinformationen erkennen.

Wie der Stein bearbeitet wurde, kann man noch an vielen Stellen sehen

Bis ins 19. Jahrhundert wurde hier noch Sandstein abgebaut, jetzt dürfen sich Moose und Farne wieder ausbreiten. Die dunkle, feuchtnasse und ruhige Atmosphäre dieses Ortes hat fast etwas Mystisches. Ein perfekter Ort um durchzuschnaufen.

Auf Pfaden durch den Wald

Weiter geht es auf weichen Waldwegen, vorbei an der Waldbegräbnisstätte Stein-Bockenheim. Diese steht allen Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, für die Nutzung einer alternativen Bestattungsform zur Verfügung.

Schmale Pfade führen durch den Wald auf der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe
Schön schattig! Der perfekte Abschnitte für eine Wanderung im Sommer

Der einzige echte Anstieg steht bevor. Zum Glück wartet am Ende eine Bank, die der Wegepate Walter Weber absichtlich genau dort platziert hat:-). Zeit für eine kurze Rast und um sich auf die Suche nach Waldbrombeerenzu begeen, die du hier mit etwas Glück finden kannst .

Historische Grenzsteine und tolle Ausblicke

Am Waldrand angekommen eröffnet sich gleich der nächste Panoramablick. Über Mörsfeld hinweg kannst du das Nordpfälzer Bergland erkennen, allen voran den Donnersberg, deutlich sichtbar mit seinen drei „Türmen“, dem Ludwigsturm, dem Fernsehmast sowie der US-Funkstation.

Nun geht es über einen Kilometer am Waldrand entlang. Immer geradeaus, so scheint es. In regelmäßigen Abschnitten stehen alte Grenzsteine. Auf der einen Seite steht „KB“ und auf der anderen „GH“. Du befindest dich direkt auf der historischen Grenze zwischen dem Königreich Bayern, zu dem Teile der Rheinpfalz gehörten, und dem Großherzogtum Hessen, dessen Provinz Rheinhessen war. Die Grenze wurde 1815 beim Wiener Kongress festgelegt und bestand immerhin bis zur Neuordnung der Bundesrepublik im Jahre 1946.

Historische Grenzsteine markieren diesen Abschnitt der Hiwweltour Tiefenthaler Höhe

Am Grenzstein Nr. 425 (insgesamt gab es 1.024 solcher Steine) steht eine Bank. Hier lohnt es sich eine Pause einzulegen und den wunderschönen Ausblick in die Pfalz zu genießen.

Mein Tipp: Wenn du nun Lust auf eine Einkehr hast, geht am Forsthaus Jägerlust ein Abzweig zur Speisegaststätte Hof Pfalzblick ab. Dort gibt es eine tollr Panoramaterrasse und ein reiche Auswahl an regionalen Speisen und Getränken.

Den Kühen ist bestimmt auch ganz heiß

Kaum zu glauben. Auch mal Wein

Die nächste Etappe empfängt dich mit herrlichen Wiesenwegen und wilden Hecken. Gab es noch gar nicht auf der Tour. Und noch etwas ist neu: Die ersten Weinreben säumen deinen Weg:-). Diese liegen genau auf der Grenze der Weinbaugebiete Rheinhessen und Pfalz. Der Tisch des Weines liegt übrigens schon in Weinanbaugebiet der Pfalz. Macht das was? Überhaupt nicht. Die Aussicht über das Appelbachtal ist einfach grandios.

Weinberge und der wunderschöne Ausblick vom Tisch des Weins ins Appelbachtal

Der letzte größere Waldabschnitt beitet noch einmal kühle Luft und das wunderschöne Blätterdach des Laubmischwaldes. Danach erreichst du das Hermannsfeld, eine offene Feldflur. Ein letztes Mal blickst du über die Weinhügel, bevor es deutlich spürbar berg ab geht. Tiefenthal ruft!

Zum Ende geht es in die Schlucht

Der wunderbare Abschluss dieser Wanderung ist ein schluchtähnliches Gelände, das eine gewisse Trittsicherheit verlangt, aber landschaftlich herrlich ist. Der Wanderweg führt dich sogar durch einen alten Baum hindurch. Nach gut vier Stunden bist du dann wieder am Dorfplatz. Wahrschein erschöpft, aber hoffentlich glücklich und ohne Sonnenbrand.

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