© Marion Rockstroh-Kruft, Rheinhessen FOTO - Vinocamp Rheinhessen 2017

17. Mai 2017

Rheinhessisches Weincampen die Zweite…

Nach dem erfolgreichen ersten Jahr in Mainz wurde in diesem Jahr das zweite Vinocamp Rheinhessen in Flörsheim-Dalsheim veranstaltet. Geniales Wetter, tolle Weine und eine starke Dorfwinzergemeinschaft!!! Auch Wochen später denke ich an diese schönen drei Tage zurück.

Doch nun von Anfang an…
Nachdem das 1. Vinocamp zu Ende ging, war für Marion Rockstroh-Kruft, die Organisatorin der Veranstaltung, klar, dass sie im nächsten Jahr ein weiteres regionales Vinocamp veranstalten wird.  Da war es ein Glücksfall, dass sich Monika, Winzerin vom Weingut Scherner-Kleinhanß, mit dem Vinocamp-Fieber anstecken ließ und sich mit viel Herzblut dafür eingesetzt hat, dass Flörsheim-Dalsheim als „Campingstätte“ fungieren sollte. Gesagt – getan und somit wurde eine Gruppe von Winzer mit in die Planung eingebunden. In diesem Jahr hieß es also ab nach Nieder-Flörsheim, ein Ortsteil von Flörsheim-Dalsheim im Süden von Rheinhessen.

Freitag – Kennenlerntag
Das Vinocamp selbst startete erst am Samstag. Wer aber schon Zeit und Lust hatte, hat sich schon am Freitagabend zu einem lockeren Kennenlernabend  getroffen.  An diesem Abend haben sich alle im Weingut Göhring eingefunden. Im schönen Innenhof des Weingutes begrüßte uns der Herr des Hauses mit einem Fleckenmauer-Secco und einer Auswahl aus seinem Weinportfolio (Absoluter Winzerpluspunkt bei mir gesammelt… Lieber  Arno, ich liebe Gelber Muskateller und es hüpft mein Herz wenn ich noch einen solch leckeren probieren darf :-))

Aufgelockert wurde die kleine Weinprobe durch kleine Zauberkünste des Schwiegervaters, der die Runde mit kniffeligen Zaubertricks auf Trab hielt. Danach führte uns Beate Hess, Kultur-und Weinbotschafterin, auf eine extra für uns gestrickte Minitour durch Flörsheim und erzählte uns von Sagen, Mythen und großen Erfindungen aus der Dorfgeschichte.


Am Ende der kleinen Dorfführung haben wir uns im Gutsausschank des Ökologischen Weingutes Schmitt eingefunden. Dort empfing uns Juniorchef Daniel mit seiner Frau Bianka, die uns über die Geschichte des Weinguts berichteten und ebenfalls mit einer kleinen „naturellen“ Weinprobe bereicherten.  Faszinierend fand  ich hier die Etikettengestaltung. Bianka ist  für die Entwürfe zuständig und malt die Etiketten selbst (richtige Kunstwerke kann ich euch sagen).

Nach dem Essen war es für mich dann in der Gutsschänke auch Tagesende (so wie ich das aus manchen Äugelein am nächsten Morgen lesen konnte, sind einige von uns ja doch noch recht spät ins Bett)

Samstag – Start Vinocamp
Am frühen Samstagmorgen fing es im Weingut Christmann mit einer großen Vorstellungsrunde und der Sessionplanung an.  Schnell war die Stimmung aufgelockert, die Themen ruckzuck geplant und der Tag konnte starten. Das Besondere in diesem Jahr war das sogenannte Weingut-Hopping. Hier haben sich mehrere Weingüter bereit erklärt für Sessions Ihre Weingüter als Locations zur Verfügung zu stellen. Wie sich später herausstellte, war dies auch ein riesen fetter Pluspunkt, der jeden Teilnehmer begeistert hatte.

Ich habe mich wieder mit Alexandra die Sessions geteilt. Als erstes habe ich den jungen Männer der WeinEvolution16 zugehört, die von ihrem Abschlussprojekt der Weinbauschule und aus dem Alltag eines Weinbauschülers erzählten. Die Schüler haben echt super Arbeit geleistet und auch eine wahnsinnige Resonanz über SocialMedia erhalten (klasse Jungs… weiter so!)

Danach hieß es für mich hoppen in die Session „Rheinhessen meets Schweiz“. Marion hatte beim Vinocamp Mosel den sympathischen Winzer Andreas aus der Schweiz kennengelernt. Andreas wollte unbedingt auch zu uns kommen. Da es aber leider terminlich nicht geklappt hatte, schickte er Marion Weine per Post so dass wir diese zu probieren konnte.  Um auch etwas über die Weine erfahren zu können, hat Marion mit ihm vorab ein kleines Videointerview geführt, somit konnte er uns über jeden Wein etwas erzählen. Das Schöne an dieser Session war, dass wir spontan aus dem Weingut Beyer-Bähr rheinhessische Pendants dazu testen durften.

Nach der Session blieben wir im Weingut – im super schönen rheinhessischen Weingewölbe – und ließen uns das Mittagessen richtig schmecken. Ob Sau oder Rindvieh …das durfte sich jeder selbst aussuchen 🙂

Zum Mittag gibt es beim Vinocamp Rheinhessen: Sau und Rindvieh

Dann wurde wieder gehoppt… es ging zu einer Gesamtsession mit allen Teilnehmern in den großen Garten von Ralf aus dem Hause Wein & Sekt Köth. Nach einer kurzen Weingutsvorstellung hat uns Ralf sage und schreibe 30 Seccos probieren lassen. Es wurde wild probiert und diskutiert. Mein Favorit ist „natürlich“ nur etwas für Mädchen … Lavendel Feige mhhhhhh lecker kann ich euch sagen. Im Anschluss haben wir als Rheinhessenwein mit Pascal von KÄSE UND WEIN eine kleine Käse und Wein Session gemacht mit vier verschiedenen französischen Käsesorten und rheinhessischen Weinen, die wir uns genüsslich in Ralfs Garten schmecken ließen.

Danach hoppte ich ins nächste Weingut zur Social Media Session ins Weingut Peth (psst, ist auch eine Rheinhessen Vinothek ausgezeichnet 😉 Hier wurden hauptsächlich die Vor- und Nachteile von Social Media Netzwerken diskutiert und wie man mit negativen aber auch positiven Kritiken umgehen kann.
Nach diesen gemütlichen Sessions wurde es dann extrem weinsportlich. Wie im letzten Jahr wurde zum Winzer-Speed-Dating in der Gemeindehalle gerufen ( richtig … ich hüpfte wieder). Ganze 11 Winzer mit jeweils 3 Weinen haben sich vorgestellt. Für mich persönlich eine Hausnummer zu groß, da ich dann ziemlich schnell den Überblick  verloren habe (aber zum Glück habe ich meine Favoriten schriftlich festgehalten…)

Zum Ausklang des 1 Vinocamp-Tages hoppten wir in das Weingut Engel. Dort stand ein großes Mitbring-Büffet.  Das Weingut selbst spendierte die warmen Zutaten dazu. Hier bemerkte man schon, dass ein anstrengender Tag hinter uns allen gelegen hatte. Die Abschlusssession Schokolade und Wein mit den süßen Verführungen von der Chocolaterie Holzderber und den Weinen aus den Weingüter hat technischen gesehen super nach dem Essen gepasst. Die Aufmerksamkeitsspanne und Müdigkeit der Teilnehmer allerdings ließen die Session in die Länge ziehen (dafür gab es aber Lacher ohne Ende… der Kampf um die leckersten Pralinen hat der Tisch rechts hinten gewonnen ;-))

Sonntag  – Faszinierendes Vinocamp Ende

Am Sonntag lud uns Monika in ihr Weingut ein. Das Weingut Scherner-Kleinhanß bot uns einen großen Innenhof und einen ausgebauten Dachboden für die Sessions an. An diesem Tag standen zwei spontane Sessions und zwei große Gesamtsessions an, die vorab schon von Marion geplant wurden. Frank rief zur Runde Wein und Wandern auf, bei der wir uns über verschiedenen Möglichkeiten ausgetauscht haben wie man das Thema Wein auf Wanderrouten spielen kann und  wo es auch schon in der Vorabinformationen schon hakt. Die andere Session bot Achim an, der als Fotograf einen kleinen Crashkurs in Fotografieren gegeben hat.

Nach den spontanen Runden haben wir uns alle auf dem Dachboden eingefunden. Hier hat uns die Sommeliere Yvonne Heistermann von Zwiesel Kristallglas, in die Welt der Gläserkunde eintauchen lassen. Ich war völlig irritiert und gleichzeitig fasziniert wie ein Wein aus drei verschiedenen Gläser so unterschiedlich schmecken kann. Und den Unterschied zwischen Karaffieren und Dekantieren kenn ich jetzt auch (ja bei einem Vinocamp probiert man nicht nur…man lernt auch unheimlich viel)

Nach einer kurzen Pause  wurde es mucksmäuschenstill. Alle waren gespannt was in dieser Session passiert. Ich glaube, dass sich die meisten Teilnehmer auf diese eine Stunde unheimlich gefreut haben.
Marion und die Winzer haben Volker Raumland aus dem Sekthaus Raumland für eine Gesprächsrunde gewinnen können. Volker und seine Frau haben nicht nur perfektperlende Sekte aufgetischt, nein sie haben uns über die Philosophie und Geschichte ihres Sekthauses, über ihre alltägliche Arbeit und ihre Verfahren erzählt. Und das in so einer symphatischen und überaus lockeren Art, das alle die zwei einfach nur angestarrt haben und total beeindruckt waren. Man hätte eine Stecknadel fallen lassen können, man hätte sie gehört. Wie im Fluge verging die Zeit, so dass wir nach 90 Minuten die Session abbrechen mussten.

Dann war das Vinocamp auch schon zu Ende. Alle haben mit angepackt und im Nu war das Weingut wieder aufgeräumt. Zum Abschluss hatten wir wieder eine Feedback-Runde, die aber durchweg positive Ressonanz ergab. Die kleinen Verbesserungsvorschläge wie Winzer-Speed-Dating und die „Einhaltung“ der  Regeln eines Barcamps hat Marion aufgenommen, so dass sie diese mit in das nächste Vinocamp Rheinhessen einplanen kann… Ja richtig gelesen, es wird wieder ein Barcamp zum Thema Wein geben. Wo und wann….das verrate ich noch nicht. Aber ich werde wieder dabei sein 🙂

PS. Was ist ein Vinocamp ohne Sponsoren? Nix, weil es  dann keines gäbe. Deswegen ein herzliches Dankeschön an alle, besonders an die geniale Winzergemeinschaft in Nieder-Flörsheim, ohne die diese drei Tage nicht möglich gewesen wären). Und vielen Dank an Marion und Frank für die Bilder… vor lauter Vinocampen habe ich das Fotografieren vergessen 🙂

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