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18. Februar 2020

Eine Safari, zwei Esel und drei Segways: Rheinhessen besonders erleben

Das Schöne an Rheinhessen ist, dass es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, die Weinberge zu entdecken.

Ihr könnt sie erwandern, mit dem E-Bike erkunden oder auf einer klassischen Planwagenfahrt erleben. Aber das ist bei Weitem nicht alles! Wir stellen Euch drei ganz besondere Möglichkeiten vor, die allesamt lange in Erinnerung bleiben werden. Versprochen! Also, Vorhang auf für Geländewagen, Esel und Segway …

Weinsafari: Im Geländewagen durch die Weinberge

Wer sagt denn, dass man für eine Safari nach Afrika reisen muss? Die Weinsafari des Weinguts Mohrenhof pirscht in eigens dafür umgebauten Land Rovern durch das rheinhessische Hügelland rund um Lonsheim. So richtig stilecht mit Reserverad auf der Motorhaube und Überrollbügel auf dem Dach.

In seinem offenen Geländewagen fährt uns der sympathische Winzer Andreas Mohr Hügel hinauf und Senken hinab. Es geht im wahrsten Sinne über Stock und Stein, mal am Waldrand entlang, dann mitten durch das Rebenmeer. Der Fahrtwind pfeift uns um die Ohren, die Sonne scheint direkt ins Gesicht. Wilden Raubtieren begegnen wir nicht, dafür springt in einiger Entfernung ein aufgescheuchtes Reh durch den Weinberg. Wir sichten die Frankfurter Skyline und bewundern die untergehende Sonne, die Rheinhessen in ein atemberaubendes Licht taucht.

Während Andreas Mohr zielsicher die schönsten Flecken seiner Heimat ansteuert, erzählt er von der Entstehung seiner unkonventionellen Idee. Ihn habe schon immer der direkte Kontakt zwischen Winzer und Gast gereizt. Während man auf einer traditionellen Planwagenfahrt schwierig ins Gespräch kommen könne, sei seine Tour ein interaktives „rollendes Weinseminar“ rund um Weinbau, Geografie und Landschaft. Wir lernen nicht nur viel, wir müssen auch immer wieder herzhaft lachen dank Mohrs humorvoller Anekdoten aus dem Winzerleben.

Auf so einem Weinseminar darf eines natürlich nicht fehlen: Wein. Wir probieren vier verschiedene Sorten, gepaart mit kleinen herzhaften Snacks. Das Spannende daran ist, dass wir die Weine genau an den Stellen genießen, an denen sie wachsen. Intensiver kann man einen Weinberg in Rheinhessen wohl kaum erleben … Und (auch) genau deshalb ist die Weinsafari etwas ganz Besonderes!

Die Weinsafari könnt Ihr auf unserer Webseite anfragen.

Eselwanderung: Mit zwei Großeseln durch die Weinberge

Eine Wanderung durch das rheinhessische Hügelland ist immer wunderschön. In Begleitung zweier Esel und ihren herzlichen Besitzern wird daraus aber ein ganz besonderes Erlebnis. Davon haben uns Heike und Gerhard Samosny gemeinsam mit den beiden Großeseln Nori und Boromir überzeugt.

Nachdem wir uns bei unseren tierischen Begleitern mit ausreichend Streicheleinheiten vorgestellt haben, starten wir unsere Wanderung, die uns zu den schönsten Orten rund um Wöllstein führt. Schon nach den ersten Metern dürfen wir die Esel selbst führen. Das klappt gut und wir lernen schnell, sie bestimmt von dem verführerischen Gras am Wegesrand fernzuhalten.

Abgesehen von der einen oder anderen Heißhungerattacke ist von Störrischkeit aber keine Spur. Die treuen Begleiter der Samosnys sind wandererprobt – und das nicht nur in Rheinhessen. Jeden Sommer legen sie zu viert eine Etappe auf dem Pilgerweg in Richtung Santiago di Compostela zurück. Ja, wir können uns gut vorstellen, dass sie dort eine große Attraktion sind.

Querfeldein wandern wir zum Mausoleum einer alten Wöllsteiner Winzerfamilie mitten in den Weinbergen. Von dort aus geht es über Neu-Bamberg mit seiner markanten Burgruine zum sagenumwobenen Ajaxturm und durch die rheinhessische Heide. Wir genießen traumhafte Ausblicke und tolle Gespräche mit Heike und Gerhard Samosny. Ihre Esel sind weniger gesprächig, strahlen dafür aber eine ansteckende Gelassenheit aus.

Und dann die Überraschung! Unser Rastplatz liegt im eigenen, wunderschön angelegten Wingert. Da sich ihr hobbymäßiger Weinanbau allerdings „noch in der Testphase befindet“, genießen wir zu unserer üppigen Brotzeit einen anderen Weißwein aus der Region. Ob der Menge an Köstlichkeiten, unter denen sich der Tisch biegt, sind wir sehr froh, dass Nori und Boromir das Tragen der „Last“ ohne Murren übernommen haben.

Auf dem Rückweg meint es der Wettergott nicht allzu gut mit uns. Wir suchen Schutz in einem Weinbergshäuschen und warten den Schauer ab, der sich über die sonst sonnenreiche Region ergießt. Mit Weißwein ist das aber nur halb so schlimm! Auf den nun nassen Wegen erweisen sich die Großesel als äußerst trittsicher. Und wir sind uns nicht mehr sicher, ob wir noch die Tiere oder sie längst uns zurück nach Wöllstein führen.

Die Eselwanderung könnt Ihr ebenfalls auf unserer Website anfragen.

Segwaytour

Die Weinberge in Rheinhessen sind nicht wirklich bergig, weswegen sie im Rheinhessischen auch „Hiwwel“ genannt werden. Trotzdem kann es mitunter sehr sportlich werden, wenn man gerade rund um den Roten Hang in Nierstein die Gegend auf Schusters Rappen erkunden will. Eine willkommene Abwechslung bietet für diesen Fall Tobias Staiger vom gleichnamigen Weingut an. Auf dem Segway geht es zusammen mit ihm auf eine erlebnisreiche und außergewöhnlich Tour.

Vom Treffpunkt an seinem Weingut geht es zusammen mit einem kleinen Bus und den Segways im Anhänger hinauf in die Weinberge über Nierstein. Oben angekommen, werden die Segways startklar gemacht und jeder Teilnehmer erhält auf dem neuartigen Gefährt eine kleine Einführung. Dazu gibt es natürlich für uns passende Helme sowie Ellenbogen- und Knieschützer – sicher ist sicher! Die Bedienung der Segways ist übrigens auch für Ungeübte ganz intuitiv und nach ein paar Minuten hat wirklich jeder den Dreh raus.

Dann geht es auch schon mit einer ordentlichen Geschwindigkeit durch die Weinberge. Der Wind fliegt durch unser Haar, die frische Frühlingsluft liegt in der Luft und wir genießen den atemberaubenden Ausblick durch die noch kahlen Rebstöcke hinunter auf den Rhein. Hier und da halten wir an und Tobias erklärt uns viel Wissenswertes zum Weinanbau, zu Nierstein und den eigenen Reben des Weinguts.

Je länger wir mit den Segways unterwegs sind, umso sicherer werden wir. Das liegt nicht zuletzt daran, dass unser fahrbarer Untersatz unsere anfangs unsicheren Bewegungen immer wieder automatisch ausgleicht, so dass wir nie das Gleichgewicht verlieren können. Wir werden mutiger und erhöhen nach und nach das Tempo, bis der Fahrtwind und die Sonne über Nierstein unsere Gesichter immer freudiger strahlen lassen.

An einer Stelle im Weinberg zeigt uns Tobias seinen kleinen Weinerlebnispfad, den er dort angelegt hat. Neue Rebsorten (meist widerstandsfähige Kreuzungen aus alten Sorten) werden hier angepflanzt und geben einen Einblick über die Experimentierfreudigkeit der Winzer, die nicht zuletzt auch dem Klimawandel geschuldet ist.

Wir erleben Nierstein von seiner schönsten Seite, denn Bacchus und Petrus sind an diesem Tag beide auf unserer Seite. So genießen wir auf unserer Tour auch den Blick hoch oben vom Wartturm über Nierstein und den Rhein. Unser Guide Tobias hat nämlich einen Schlüssel für die Pforte des Turms, ohne den der normale Wanderer nicht die Treppenstufen hoch zum wunderschönen Ausblick erklimmen kann. Der Wartturm ist eines der Wahrzeichen Niersteins und der höchste Aussichtspunkt in den Weinbergen mit einem hervorragenden Rundblick über Nierstein bis hin zum Donnersberg, zur Hessischen Bergstraße, hinüber in den Taunus, nach Wiesbaden, Mainz und das Rhein-Main-Gebiet.

Wie im Fluge vergeht unser Ausflug und wir begeben uns wieder zurück zum Start unserer Tour. Nachdem die Segways wieder sicher im Anhänger und an den Steckdosen zum Laden verstaut sind, fahren wir zurück zum Markplatz von Nierstein und lassen den Tag bei einem Gläschen Rheinhessenwein bei der anschließenden Weinprobe im 350 Jahre alten Weinkeller des Weinguts Staiger ausklingen.

Die Segwaytour könnt Ihr direkt beim Weingut Staiger anfragen.

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