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20. Januar 2022

Museumstipps in Mainz – das dürft Ihr nicht verpassen

Mainz hat einiges an Museen zu bieten. Ich habe das Gutenberg-Museum, das Dommuseum und das naturhistorische Museum besucht und einige Dinge entdeckt, die Ihr unbedingt mal selbst anschauen müsst.

Diese drei Museen entführen beim Besuch in eine andere Zeit und auf eine Reise durch die Zeit in und um Mainz.

Gutenberg-Museum

Wahrscheinlich ist uns allen der Name Johannes Gutenberg noch aus der Schulzeit in Erinnerung geblieben. Dieser schlaue Mann hat den Buchdruck erfunden und die Bücher sowie unser Lesen revolutioniert. Beim Besuch des Museums merke ich, meine Erinnerung hat mich ein bisschen im Stich gelassen. Johannes Gutenberg hat nicht den Buchdruck direkt erfunden.

Mainz

Gutenberg erfand die beweglichen metallenen Lettern, mit denen das Drucken einfacher, schneller und günstiger wurde. Im Untergeschoss des Museums ist seine Werkstatt aus der damaligen Zeit nachgebildet und wird heute in Druckvorführungen zum Leben erweckt. Während ich auf den Stufen sitze und dem Museumsmitarbeiter dabei zu sehe, wie er die Lettern zu einem Wort sortiert, das Blatt in die Druckerpresse einlegt und den großen hölzernen Hebel mit Kraft zur Seite dreht, denke ich an den Drucker im Büro und daran, wie schnell er Seite um Seite ausspuckt. Zur Zeit von Johannes Gutenberg war das Drucken eines Buches eine logistische Meisterleistung.

Auf den anderen Stockwerken des Museums beginnt eine Reise durch die Geschichte des Drucks in all seinen Bereichen. Die Entwicklung der Bücher, Schriften, Druckerpressen und des Papiers lässt sich verfolgen. Kaum zu glauben, dass es mal eine Zeit gab, in der es einen Schwarzmarkt für alte Kleidung gab. Denn Papier wurde zur Zeit Gutenbergs aus Lumpen gefertigt. Erst durch die Beobachtung der Wespen beim Bau ihres Nestes kam man auf die Idee, Papier aus Holz herzustellen.

Das Gutenberg-Museum hat noch viel mehr über Geschichte der Bücher und des Drucks zu bieten. Wenn Ihr nähere Informationen sucht, dann schaut mal auf der Webseite des Gutenberg -Museums vorbei.

Dommuseum

Der Dom gehört zu Mainz wie die Sterne zum Mond oder die Sonne zum Sommer und das bereits seit über 1000 Jahren. In der Zeit hat der Dom St. Martin schon so einiges erlebt. Aber nicht nur die Stadt um ihn herum hat sich verändert, sondern auch die heilige Kirche selbst. Im Dommuseum kann man dieser Geschichte auf den Grund gehen. Und das beste dabei ist, das Museum befindet sich in den alten Mauern des Doms.

Im Kellergewölbe geht es um den Mainzer Dom im Früh- und Hochmittelalter. Hier finden sich alle Fundstücke und Skulpturen vom berühmten Naumburger Meister und seiner Werkstatt. Wie der berühmte Künstler wirklich heißt, ist nicht bekannt – genauso wie andere Stationen seines Lebenslaufs. Dafür sind seine Werke um so berühmter und nach diesen wurde er auch benannt. Den Namen Naumburger Meister hat er durch seine Arbeiten für den Naumburger Dom erlangt. Die Anlehnung an die menschliche Anatomie machen die detailgetreuen Arbeiten so einzigartig. Sie verleiht den Skulpturen eine Lebendigkeit, bei der man meint, vom Engel beobachtet zu werden.

Die Bereiche des Museums liegen verteilt in den historischen Räumen rund um den Mainzer Dom. In den rötlichen Sandsteinmauern vor schwarzem Stoff ist der lebendige Domschatz aufbereitet. Durch die Strahlen der Scheinwerfer funkeln die bunten Steine auf den Kunstwerken der Goldschmiedekunst. Präsent im Raum steht ein goldener Umhang, die Glockenkasel des Erzbischofs Willigis. Benannt ist die Kasel nach ihrer Form. So wie sie dasteht, ähnelt sie wirklich einer Glocke. Eine Kasel ist ein liturgisches Gewand, das von Bischöfen und Priestern bei heiligen Messen getragen wird, und diese Kasel ist etwas ganz Besonderes. Beim Lesen der Inschrift traue ich mich fast nicht mehr zu atmen. Dieses Messgewand aus byzantinischer Seide hält sich seit dem Tode des Erzbischofs im Jahre 1011. Es ist beinah ein Wunder, dass es noch nicht zu Staub zerfallen ist.

Auf drei Stockwerken und in den unterschiedlichsten mittelalterlichen Räumen findet Ihr noch viele weitere Fund- und Ausstellungsstücke aus zwei Jahrtausenden Domgeschichte. Wenn Ihr Euch vor Eurem Besuch noch einmal informieren wollt, dann schaut Euch die Webseite des Dommuseums an.

Naturhistorisches Museum Mainz

Die wohl längste Zeitreise in die Mainzer Geschichte mache ich im naturhistorischen Museum. Das Gebäude beeindruckt mich schon von außen durch die Kombination aus altem Gemäuer und modernen Glaselementen.

Innen beginnt für mich eine Reise nach Rheinhessen vor 30 Millionen Jahren und diese fühlt sich an, wie eine Reise in eine andere Welt. Ich stehe vor der Nachbildung des Skeletts einer Seekuh, das hier in Rheinhessen gefunden wurde. Als nächstes schaue ich rüber zu den Haizähnen, ausgegraben in der Nähe, und an die Wand mit Fundstücken, die vom Leben der Nashörner, Schildkröten und Alligatoren hier in Mainz zeugen. Vor mir ist eine kleine Tafel, die einen Tag im Oligozän beschreibt, mit weidenden Seekühen und einer kühlen Brise, die über den weißen Sandstrand und durch die Palmen streift. Ich hatte schon öfter davon gehört, dass in Rheinhessen vor dem Rhein und dem Urrhein ein Meer war, aber hier wird es das erste Mal realistisch.

Während ich den grünen Pfeilen auf dem Boden durch den verwinkelten Aufbau des Museums folge, habe ich Millionen von Jahren hinter mir gelassen und bin im Pleistozän vor etwa 2,5 Millionen Jahren angekommen. Zu dieser Zeit müssen im Frühling Wollnashörner durch Rheinhessen gezogen sein; auf ihrem Weg in den Norden genossen sie die Steppe rundum den Rhein und die wärmeren Temperaturen von -25 °C.

Einige der Tiere, die hier lebensnah dargestellt sind, habe ich noch nie gesehen, kein Wunder, sie sind schon lange ausgestorben. Andere Tiere kommen mir jedoch schon eher bekannt vor –  so wie Bären, Hyänen, Pferde oder Zebras. Ein bisschen verwundert bin ich dann aber schon, als eine Inschrift mir verrät, dass das, was ich für ein Zebra hielt, ein Quagga ist. Quagga? Beim genaueren Hinsehen muss ich der Beschreibung recht geben. Das Quagga vor mir ist braun-weiß und nicht schwarz-weiß und an den Beinen hat es keine Streifen mehr. Dass mir ein Quagga nicht bekannt vorkommt, liegt nicht an meinen mangelnden Tierkenntnissen, denn 1883 starb das letzte in einem Zoo. Auch Präparate gibt es nur noch dreiundzwanzig Stück, das naturhistorische Museum ist das einzige, das mehrere besitzt. So könnt Ihr Euch hier eine ganze Quagga-Familie und einen Vorfahren der Zebras anschauen.

Seid Ihr bereit für eine rheinhessische Entdeckungstour durch die letzten 30 Millionen Jahre? Alle Informationen findet Ihr auf der Webseite des naturhistorischen Museums  Seekühe, Urpferdchen und Quaggas warten schon auf Euch.

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