Hiwweltour-Neuborn-Titelbild

22. Juli 2021

Familienwanderung auf der Hiwweltour Neuborn – unterwegs mit Hiwwelsack und der Kinder-Rallye

Mit Kindern zu wandern, kann zu einem tollen Familienerlebnis, aber auch zu einer echten Herausforderung werden. Umso schöner ist es da, dass die Hiwweltour Neuborn so viel mehr zu bieten hat. Mit ca. 8,3 km ist sie eine der kürzesten Hiwweltouren.

Ein guter Start mit Hiwwelsack und Kinder-Rallye
Wir sind zu viert unterwegs. Fabian und Ronja sind mit Hiwwelsäcken und der Erlebniswander-Rallye ausgestattet. Der „Hiwwelsack für Hiwwelgucker“ ist ein gut gefüllter grüner Turnbeutel, den wir am Tag zuvor bei der Tourist-Information Wörrstadter Land besorgt haben. Erfunden und umgesetzt wurde er von Gudrun Kayser, einer Naturpädagogin in Rheinhessen. Unterstützt wurde sie dabei von Institutionen und Sponsoren der Region.

So finden die Kinder jetzt im Hiwwelsack ein Hiwwelgucker Tagebuch mit Fragen, Anregungen und Platz für Notizen, eine hölzerne Stiftebox mit Lineal, eine Becherlupe und eine Brotdose. Diese haben wir bereits mit geschmierten Broten gefüllt.

Beim Besuch der Touristeninformation haben wir auch gleich die „Kinder Erlebniswander-Rallye Hiwweltour neuborn“ eingepackt. Die Rallye ist eine Art Kreuzworträtsel mit Fragen zur Wanderung auf einem handlichen Blatt Papier. Diese wurde von Angelika Friedrich, ihres Zeichens Kulturpädagogin sowie Kultur- und Weinbotschafterin, initiiert. Die beste Voraussetzung dafür, dass es uns unterwegs nicht langweilig wird. Ronja und Fabian sind schon ganz ungeduldig. Alle elf Fragen der Erlebniswander-Rallye haben sie bereits auswendig gelernt.

Auf zum Burgunderturm
Wir beschreiten das erste Teilstück der Route und laufen zum Burgunderturm. Der Weg ist gut ausgeschildert und beim Wettstreit: „Wer die meisten Wegschilder als Erster sieht“ liegen die Kinder schnell vorne.
Während wir den Panoramablick des Burgunderturms über die weiten Weinberge genießen, laufen Ronja und Fabian die Stufen des Turms rauf und runter und diskutieren über die Anzahl der Stufen. Wird der große Treppenabsatz in der Mitte als eine Stufe gezählt oder als zwei?

Wir einigen uns darauf, dass zweiundvierzig Betonstufen zum Turm hinaufführen und setzen unsere Tour in Richtung des Greifenbergs fort. Die Kinder sehen den Weg mit anderen Augen, sie entdecken den Rastplatz „Zur schönen Aussicht“ zuerst und haben bereits alle Fragen beantwortet, während wir noch die Aussicht auf den einsamen Baum zwischen den Reben auf dem Greifenberg bewundern.

Das ausgeschilderte Weinberghaus Perka weckt den Entdeckergeist bei Fabian und Ronja. Es erfordert zwar eine kleine Extraschleife auf der Tour und einen steilen Anstieg, aber der lohnt sich. Mit der außergewöhnlichen Architektur und dem Grundriss eines Parallelogramms ist dieses Weinberghaus etwas Besonderes.

Mit der Becherlupe durch den Wingert
Auf dem Greifenberg und beim Tisch des Weines, auch „Tisch der Artenvielfalt“ genannt, machen wir unseren nächsten Halt. Die Kinder hüpfen, mit ihren Becherlupen ausgestattet, zwischen Weinreben und Gräsern umher, beobachten und fangen Insekten, um sie eingehend zu studieren. „Wie kommt es eigentlich, dass manche Marienkäfer nur drei und andere dreizehn schwarze Punkte haben?“ Auch wir Eltern sind bei dem ein oder anderen Fund überfragt.

Neben dem einzigen Baum auf diesem Hiwwel genießen wir die Aussicht und die Ruhe. Wir stärken uns mit den geschmierten Broten aus der Hiwwelgucker-Brotdose.
Fabian und Ronja nutzen die kleine Pause, um die ersten Entdeckungen in ihre Hiwwelgucker-Tagebücher einzutragen. Dank der Buntstift-Auswahl können alle Käfer und Schmetterlinge detailliert und farbenfroh nachgezeichnet werden.

Weiter führt uns der Weg ein kurzes Stück entlang einer Bahnschiene, bevor wir in ein dichtes und verwunschenes Stückchen Wald abbiegen. Die Kinder sind vertieft in die Suche nach Insekten am Boden, sodass wir fast das Eichhörnchen übersehen, das neben uns den Baum hochkrabbelt. Während unsere Augen gespannt dem Eichhörnchen folgen, bemerken unsere Ohren den nächsten Waldbewohner. In der Nähe quakt ein Frosch. Fabian und Ronja laufen ein kleines Stück voraus und entdecken den kleinen Unruhestifter im vom Wald bisher versteckten See auf einer Seerose sitzend.

Auf Entdeckungstour in Rommersheim
Unsere Tier-Entdeckungstour geht weiter, als wir auf einer eingezäunten Wiese in der Nähe eine Emu-Familie mit kleinem Nachwuchs beobachten. Ohne es zu merken, haben wir gut die erste Hälfte der Hiwweltour hinter uns. Beim Gang durch den kleinen Ort Rommersheim genießen wir alle ein erfrischendes Eis des TG-Kioskes. Auf einer Mauer im Schatten der großen alten Gedächtniseiche machen wir eine kleine Rast.

Ronja und Fabian wollen auch in Rommersheim alle Fragen der Kinder-Rallye beantworten. Bevor wir unsere Wanderung fortsetzen, bestaunen wir den dicken Stamm der historischen Eiche. Die Kinder können auch zusammen nicht um den dicken Stamm fassen, erst zu viert schaffen wir es.

Zurück ins Rebenmeer
Nachdem wir Rommersheim hinter uns gelassen haben, steigen wir wieder auf in die Berge. Am Wegesrand stehen schöne Walnussbäume. Das ist die Gelegenheit, den Kindern mal zu zeigen, dass Walnüsse am Baum noch eine zweite, grüne Schale haben. Beim nächsten Rastplatz machen wir einen kleinen Abstecher, bevor wir die Aussicht genießen. Denn versteckt hinter anderen Bäumen finden sich hier verschiedenste Obstbäume. Gemeinsam erraten wir die verschiedenen Sorten. Neben Äpfeln und Pflaumen finden sich auch ungewöhnlichere Sorten wie Mirabellen.

Während der weiteren Wanderung halten die Kinder immer wieder nach Tieren in den Wingerten Ausschau. Neben zahlreichen Bienen, Schmetterlingen und Grashüpfern können wir ein paar außergewöhnliche Insekten entdecken. Ein Schild macht darauf aufmerksam, dass in den Weinbergen Artenvielfalt herrscht und hier auch Rebhühner, Hasen und Co. unterwegs sind. Diese entdecken wir leider nicht. Wahrscheinlich sind wir einfach zu laut auf unserem Weg durch die Reben. Ein Stück weiter spenden uns Kastanienbäume Schatten und die Kinder sammeln ihre ersten Kastanien für dieses Jahr.

Es scheint als würde diese Hiwweltour durch die verschiedenen Facetten Rheinhessens führen. Vor uns liegen nun die endlosen Weiten der Weinberge. Wir können zwar nicht genau erkennen, welche Rebsorten rechts und links wachsen. Die unterschiedlichen Reifegrade beobachten wir trotzdem. Einige Trauben sind schon dunkelblau, während andere erst vereinzelt Farbe zu bekommen scheinen.

Ist hier schon die Quelle?
Als wir den Wald betreten, hören wir direkt das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Wassers. Fabian und Ronja sind ganz aufgeregt: „Ist hier schon die Quelle?“.

Ja, das ist sie! Das eiskalte Wasser der Neubornquelle kühlt unsere warmgewordenen Gesichter. Nach ein paar Versuchen gelingt es den Kindern, mit ihren Händen das Wasser zu schöpfen und zu probieren. Es ist erfrischend kalt und schmeckt nach dem Gestein, aus dem es kommt.

Ein paar Schritte weiter und wir sind schon fast am Ende unserer Wanderung. Bevor wir zurück zum Parkplatz laufen, kommen wir noch kurz vom Weg ab. Auf einer kleinen Lichtung im Wald mündet das Bächlein der Quelle in einem Springbrunnen. Hier ist genug Platz, damit sich Ronja und Fabian noch einmal richtig austoben können. Bei einer kalten Traubensaftschorle lösen wir noch gemeinsam das Kreuzworträtsel der Kinder Erlebniswander-Rallye. Hier in der Waldgaststätte Neuborn erhalten die Kinder direkt ein kleines Abzeichen für das richtige Lösungswort. Das Abzeichen verstauen die Zwei in ihrer Hiwwelgucker-Brotdose, die inzwischen mit Schneckenhäusern, Stöckchen und kleinen Steinen gut gefüllt ist, wie es im Hiwwelgucker-Tagebuch vorgeschlagen wurde.

Wenn Ihr Euch jetzt auch mit der ganzen Familie auf den Weg durch die Weinberge der Hiwweltour Neuborn begeben wollt, findet Ihr hier alle Informationen zur Wanderroute. Den „Hiwwelsack“ bekommt Ihr für 10€ in der Touristeninformation Wörrstadt. Informationen zu den Öffnungszeiten erhaltet Ihr auf der Webseite des Wörrstädter Lands.
Die „Kinder Erlebniswander-Rallye Hiwweltour Neuborn“ könnt Ihr selbst ausdrucken, in der Touristeninformation Wörrstadt oder auf dem Weg in der Waldgaststätte Neuborn mitnehmen.

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