© Dominik Ketz - Ausblick an der Hiwweltour Bismarckturm

4. Mai 2017

5 Gründe, in Rheinhessen Wandern zu gehen

Wandern in Rheinhessen? Geht das überhaupt? Und wie das geht!! Nach vier Jahren Wanderwegeentwicklung in der Region und unzähligen Kilometern durch die Hügellandschaft, kann ich das mit Fug und Recht behaupten. Daher kommen hier meine 5 ultimativen Gründe, warum sich ein Wanderausflug in Deutschlands größtes Weinanbaugebiet absolut lohnt.

1. Abwechslungsreiche Wanderwege für jeden Geschmack

Frage ich meine Freunde und Bekannten, wie unsere nächste Wanderung in Rheinhessen aussehen soll, sind die Antworten doch sehr unterschiedlich. Von sportlich ambitioniert bis „bitte nicht zu anstrengend“ ist alles dabei. Persönlich reizen mich eher längere Etappen ab 20 km mit ein paar Höhenmetern mehr, aber für Wandereinsteiger lege ich auch gerne den Fokus auf das Einkehren und den Wein:-). Zum Glück hat Rheinhessen beides zu bieten.

Hier ein paar Tipps:
Für alle, die es ambitionierter mögen und auch ein paar Höhenmeter vertragen, sind die Hiwweltouren ideal. Bei diesen zertifizierten Rundwanderwegen geht es naturnah durch die schönsten Ecken der Weinregion. Die Hiwweltouren-Familie gerade auch noch größer geworden.  Fünf weitere Wanderwege wurden gerade eröffnet. Im Rheinhessen – Blog findet Ihr alle Informationen zu den neuen Hiwweltouren.

Ausblick an der Hiwweltour Bismarckturm
Ausblick an der Hiwweltour Bismarckturm | Foto Dominik Ketz

Für Wandereinsteiger und alle, die lieber den Fokus auf Kultur und Weingenuss legen, empfehle ich den RheinTerrassenWeg. Der 75 km lange Streckenwanderweg lässt sich prima in Etappen einteilen und gut mit der Bahn bereisen. Außerdem kommt ihr an tollen Sehenswürdigkeiten vorbei und streift viele schöne Weinorte.

RheinTerrassenWeg mit Blick auf Oppenheim
RheinTerrassenWeg mit Blick auf Oppenheim | Foto Michael Zellmer

Ein echter Geheimtipp für alle, die das Beste von beidem möchten, ist der Zellertalweg ganz im Süden der Region zwischen Monsheim und Marnheim. Der Wanderweg verbindet die Pfalz und Rheinhessen. Das Geniale hier ist, dass sich der 45 km lange Hauptweg nach Lust und Laune in sechs kürzere Rundwanderwege aufteilen lässt.

Trullo am Zellertalweg
Trullo am Zellertalweg

2. Die Anreise ist kurz und unkompliziert

Mich nerven lange und zeitraubende Anfahrten zu den Wanderwegen. Natürlich lässt sich das nicht immer vermeiden, aber es muss sich im Rahmen halten. Deshalb bietet sich Rheinhessen, dank seiner guten Lage zwischen den Metropolregionen Rhein-Ruhr, Rhein-Main und Rhein-Neckar, für einen Wanderausflug besonders an. Die Ballungsräume liegen quasi vor der Haustür und sind gut über den ÖPNV und Autobahnen an Rheinhessen angebunden. Welcher Wanderweg am besten wie zu erreichen ist, sollte man natürlich im Vorfeld recherchieren.

Mein Tipp für die Anreise nach Rheinhessen:
Wer mit dem ÖPNV anreisen möchte, sollte sich nah am Rhein aufhalten und die Wanderwege in der Nähe der Städte aufsuchen. Hier bieten sich der RheinTerrassenWeg zwischen Mainz und Worms, die Hiwweltour Bismarckturm bei Gau-Algesheim und die neue Hiwweltour Westerberg bei Ingelheim an.

Wer ein Auto besitzt, ist dank der guten Autobahnanbindung schnell auch im ländlichen Raum. Absolut notwendig, wenn man die vier zertifizierten Rundwanderwege Hiwweltour Eichelberg, Hiwweltour Heideblick, Hiwweltour Tiefenthaler Höhe und Hiwweltour Aulheimer Tal in der Rheinhessischen Schweiz ansteuern möchte.

3. Regionaltypisch einkehren in Straußwirtschaften und Gutsschänken

Ja, ich gebe es zu. Einkehren ist für mich genauso wichtig wie die eigentliche Wanderung. Wenn ich nicht was Ordentliches zu essen und zu trinken bekomme, sinkt bei mir die Laune ganz schnell. Da hilft auch keine noch so gute Rucksackverpflegung. Ein Besuch in einer Straußwirtschaft oder Gutsschänke gehört einfach in Rheinhessen dazu. Dabei bevorzuge ich regionale Speisen und Getränke ohne viel Schnick-Schnack.

Spundekäs mit Brenzeln und Weinschorle
Spundekäs mit Brenzeln und Weinschorle | Foto http://achimmeurer.com

Genau das findet man in Rheinhessen an vielen spannenden Orten. Meist direkt beim Winzer, draußen im Biergarten oder in der gemütlichen Weinstube. Bei Rheinhessen-Wein (oder Traubensaft) und deftigen Speisen wie Spundekäs, Handkäs, Winzersteak und Hackbraten ist man schnell wieder bei Kräften.

Ein schöner Einkehrtipp:
Die Junkermühle in Neu-Bamberg ist der ideale Abschluss, wenn ihr auf der Hiwweltour Eichelberg oder Hiwweltour Heideblick unterwegs seid. Am besten nutzt ihr den Wanderparkplatz in Neu-Bamberg am Junkerweg. Von dort führen Zuwege zu beiden Touren und ihr seid nur 300 m von der Gaststätte entfernt.

Und noch ein Tipp:
An der Hiwweltour Neuborn gibt es gleich vier tolle Einkehrmöglichkeiten direkt am Weg. Die Tour ist nur 8,1 km lang. Da bleibt genügend Zeit, um sich in aller Ruhe den unterschiedlichen rheinhessischen Weinen zu widmen.

4. Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen

Ok, ein waschechter Rheinhesse bin ich nicht. Dafür aber schon seit ein paar Jahren in der Gegend und dank meines Jobs oft in Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen. Trotzdem werde ich immer wieder gefragt, was das rheinhessische Lebensgefühl ausmacht. Wieso ist es hier irgendwie leichter, unkomplizierter und herzlicher als in anderen Regionen? Liegt es an den durchschnittlich 1600 Sonnenstunden im Jahr, sind es die geschwungenen Hügel die entspannt auf das Gemüt wirken oder wird das ein oder andere Mal doch einfach zu tief in das Weinglas geschaut:-)?

Winzeralm Siefersheim
Winzeralm an der Hiwweltour Heideblick | Foto Heidrun Braun

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Um es trotzdem ein wenig besser zu verstehen, habe ich die Ur-Rheinhessin und Kultur- und Weinbotschafterin Sigrid Krebs gebeten, mir das Besondere der Menschen zu erklären. Für sie ist es ganz einfach:

„Es ist die Weltoffenheit gepaart mit einer gewissen Neugierde, sowie die direkte unverblümte Art und Weise Menschen in unserer Mitte aufzunehmen. Einfach alles ein wenig gelassener sehen: „Es kann nichts so schlecht sein, dass es nicht für etwas gut ist.““

Getreu dem Motto:

„Aller – dann, mach´s gut“. „Jo, mach`s besser“.

5. Winzer bei Weinwanderungen und Weinfesten erleben

Weinfest an der Hiwweltour Zornheimer Berg | Foto Dominik Ketz

Zum Abschluss komme ich nicht umher das Prägendste der Region zu thematisieren: den Wein. Was wäre Rheinhessen ohne seinen Wein. Man will es sich gar nicht vorstellen. Der Rebensaft wird hier auf über 26.500 Hektar angebaut. Das macht Rheinhessen zum größten Weinanbaugebiet Deutschlands! Größe ist aber nicht alles. Die Qualität des Weins stimmt auch wieder und viele junge Winzer und Winzerinnen machen sich mit großem Engagement daran, das Image von Rheinhessen nachhaltig aufzupolieren.

Wenn ihr den Wein erleben möchtet, empfehle ich euch die Weinwanderungen und Weinfeste der Region. Zu festen Terminen laden die Ortsgemeinden und ihre Winzer zu diesen Veranstaltungen ein. Für mich gibt es keine bessere Möglichkeit die Vielfalt der rheinhessischen Weine zu probieren und bei einem Gespräch die Weinmacher hautnah zu erleben. Dieses Gemeinschaftserlebnis solltet ihr euch nicht entgehen lassen und am besten bei eurer nächsten Wanderung mit einplanen.

Mein (kurzes) Fazit:

Rheinhessen ist auf dem besten Weg, sich zu einer kleinen aber feinen Genuss-Wanderregion zu entwickeln. Natürlich nicht flächendeckend, aber in einigen Gebieten lässt es sich jetzt schon hervorragend wandern und einkehren. Dank der guten Verkehrsanbindung und der unterschiedlichen Wegeformate ist meiner Meinung nach für jeden Wandertyp ein passendes Angebot dabei.

Ich hoffe, mein Beitrag hat euch Lust darauf gemacht, dieser wunderbaren Region einmal einen Besuch abzustatten. Für mich war das nur der Anfang. Ich werde jetzt regelmäßig zum Thema Wandern in Rheinhessen bloggen und würde mich sehr freuen, wenn ihr mich dabei begleitet.

Vorher würde ich mich aber sehr freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren schreibt, wie Euch dieser Beitrag gefallen hat und was für euch das Besondere am Wandern in Rheinhessen ist.

Viel Spaß beim Entdecken wünscht euch
Daniel

 

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Kommentare

Selber kommentieren:


  1. Sehr schön geschrieben, Herr Schmidt! Besonders gefällt mir, dass Sie auf den Wanderparkplatz in Neu-Bamberg mit den Zuwegen zu BEIDEN Hiwweltouren hinweisen... . Jetzt fehlt nur noch in der Wegbeschreibung der Hiwweltour Eichelberg, auf der Rheinhessenseite selbst, die Wegumlegung (ist schon auf dem Plan, aber noch nicht in der Beschreibung), die zusätzlichen Meter auf Pfaden oder schmalen Wegen (ca. 500m) und NATÜRLICH das Wingertshäuschen als Schutzhütte und lauschiges Plätzchen für ein Picknik...

    1. Daniel Schmidt

      Hallo Frau Frieß, danke für Ihren Kommentar. Schön, dass er Ihnen gefällt. Sie haben Recht! Den Beschreibungstext zur Hiwweltour Eichelberg muss ich noch anpassen.

  2. Daniel Schmidt

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