DSC_0063 Selztal-Radweg im Herbst Kürbisse

4. Oktober 2022

5 (oder mehr) Gründe für den Selztal-Radweg im Herbst

Der Selztal-Radweg ist ein tolles Outdoor-Erlebnis in der schönen Weinregion Rheinhessen. Gerade im Herbst bietet sich hier eine Radtour an, denn es locken zahlreiche Weingüter und Straußenwirtschaften mit leckeren Weintrauben, Federweißer und verschiedenen kulinarischen Erzeugnissen der Region.

Der Selztal-Radweg zwischen Alzey und Ingelheim eignet sich gut für einen Tagesausflug im Herbst. Auf den rund 55km gibt es jede Menge Gelegenheiten für einen Zwischenstopp und am Ende ist die Fahrradtasche prall gefüllt mit Leckereien, denn es ist Erntezeit.

Meine Radtour auf dem Selztal-Radweg starte ich auf dem historischen Rossmarkt mit den wunderschönen Fachwerkhäusern im Zentrum der Alzeyer Altstadt. Ich fahre in nordöstlicher Richtung und mache einen kurzen Abstecher zum Alzeyer Schloss mit dem imposanten Innenhof. Danach geht es nach Norden und schon bald bin ich im Grünen, mit tollem Ausblick auf die für Rheinhessen so typische sanfte Hügellandschaft. Wer schon vor seiner Radtour eine kulinarische Stärkung einplanen möchte, der kann in Alzey beispielsweise im Café Selzgold einkehren oder auf dem Alzeyer Wochenmarkt bei Zwiebelkuchen und Federweißer für die richtige „Grundlage“ für den Tagesausflug sorgen.

Durch das beschauliche Selztal, dem der Radweg seinen Namen verdankt, geht es an Framersheim und Gau-Köngernheim vorbei bis nach Gau-Odernheim. Im idyllischen Ortskern lockt die Caffetteria Icaro mit leckeren Eissorten. Zudem gibt es hier an der L406 einen Regiomat/Vinomat (Lebensmittel-Automat) mit Bioprodukten der Familie Wischer & Sander.

Durch historische Gassen fahre ich Richtung Ortsausgang. Danach führt der Weg an Wiesen, Feldern und Weinbergen entlang bis nach Bechtholsheim. Dort lässt sich in der Salzgasse bei der Imkerei Rudolf eine Rast einlegen und man kann sich mit Honig eindecken (Radtaschen nicht vergessen).

Die Radtour verläuft durch das weite Tal der Selz und eine wunderschöne Landschaft, an Friesenheim und Undenheim vorbei, bis nach Köngernheim. Eine Perle reiht sich hier an die nächste malerische Ortschaft. Überwiegend geht es eben voran, die leichten Anstiege zwischendurch lassen sich leicht bewältigen. Nach Undenheim kann man einen Abstecher einplanen, denn im Weingut Jürgen Bernhard gibt es ein Picknickvesper für Radfahrer. Gut gefallen hat mir auch das Weingut & Gästehaus Hammen im Ortskern von Köngernheim. Hier gibt es süffigen Federweißer, frische Weintrauben und einen Regiomat mit rheinhessischen Leckereien an.

Etwa auf halber Strecke zwischen Köngernheim und Hahnheim liegt Jordan’s Untermühle (E-Bike-Ladestation). Das Hotel mit Restaurant in historischem Fachwerk-Ambiente hat eine schöne Außenterrasse. Bei gutem Wetter kann man dementsprechend eine entspannte Pause bei Kaffee und Kuchen einlegen.

Der Radweg von Hahnheim nach Nieder-Olm verläuft schließlich durch ein idyllisches Schilfgebiet, so wie auch später bei Stadecken-Elsheim. Das schöne Naturschutzgebiet „Hahnheimer Bruch“ lohnt sich landschaftlich und für Abwechslung ist auf diesem Radweg definitiv gesorgt.

Für Nieder-Olm sollte man eigentlich mehr Zeit einplanen, wie auch für Alzey und Ingelheim. Rund um die Pfarrkirche St. Georg und das historische Rathaus gibt es verschiedene Einkehrmöglichkeiten. Das Café Lille Hus Nolm, die Nieder-Olmer Weinstube und das Eiscafé Piccin gehören beispielsweise dazu. Für E-Bikes gibt es eine weitere Ladestation am Marktplatz. In Nieder-Olm hat man übrigens schon mehr als die Hälfte der Radstrecke auf dem Selztal-Radweg geschafft.

Nach Nieder-Olm biegt der Radweg nach Westen ab und führt an saftigen Woogwiesen und der Selz entlang bis nach Stadecken-Elsheim. Die gemütliche rheinhessische Gemeinde hat mit den Weingütern Harth und Beck, sowie der Gutsschänke Mengel-Eppelmann, einige Möglichkeiten für einen Stopp. Ein weiterer Tipp: das Selbstbedienungsregal mit Leckereien vor dem Weingut in der Nähe der Elftausend-Mägde-Mühle neben dem gleichnamigen Turm der Ruine eines befestigten Torhauses. Pralle Kürbisse in allen Farben, üppige Zucchini und edle Rebsorten finden sich in dem gut gefüllten Regal. Da heißt es Einkaufen, in der Radtasche verstauen und weiter rollt das Bike in Richtung Ziel.

Die Gutsschänke Bacchushof lässt man anschließend auf der Fahrt rechts liegen und folgt dem Radweg bis nach Schwabenheim an der Selz. Das Restaurant Pfaffenhofen mit Hotel befindet sich direkt am Weg. Am Margaretenhof mit der schönen Außenterrasse gibt es eine weitere E-Bike-Ladestation. Kurz vor Ingelheim kann man in Großwinternheim noch einen Abstecher und kleinen Umweg einbauen: Das Weingut Merl hat mit der Vinothek und dem Hofladen eine breite Palette an verschiedenen rheinhessischen Weinen und Likören im Angebot.

Der Radweg verläuft auf dem letzten Abschnitt vor Ingelheim auf einer ehemaligen Bahntrasse. Bis zum Zielpunkt ist es nun nicht mehr weit. Ich rolle entspannt mit dem Rad unter Bäumen hindurch bis nach Ingelheim hinein. Das Ziel des Selztal-Radweges bietet viele Einkehrmöglichkeiten, etwa das Weingut Hamm an der Ingelheimer Burgkirche oder die Vinothek in Wasems Kloster Engelthal. Ich entscheide mich für das Restaurant Peter & Silie in der Nähe des Ingelheimer Bahnhofs. Dort genieße ich zum Abschluss der Radtour ein leckeres Lachsgericht mit rheinhessischem Riesling.

Der Selztal-Radweg ist am Bahnhof aber noch nicht zu Ende, denn er verläuft weiter durch die flache Ebene bis zum Rhein, in direkter Nähe zur Selzmündung. Dort verkehrt auch die Fähre nach Oestrich-Winkel im Rheingau. Nicht weit davon entfernt gibt es einen Picknickplatz. Den letzten Teil der Etappe empfehle ich jedem, der auf dieser Tagesfahrt noch den Rhein sehen möchte. Ein schöner Abschluss der Tour.

Man kann den Radweg in beide Richtungen fahren, dementsprechend auch den Rhein als Startpunkt wählen und dann bis nach Alzey radeln. In Richtung Alzey – Ingelheim verläuft der Radweg insgesamt tendenziell eher abwärts, wobei die Höhenunterschiede (höchster Punkt: 200 hm, niedrigster Punkt: 80 hm) insgesamt moderat sind. Für den Rückweg, unabhängig davon in welcher Richtung man die Tour fährt, bietet sich die Regionalbahn mit den Bahnhöfen in Ingelheim und Alzey an (https://www.rnn.info/).

verschlagwortet unter

Kommentare

Avatar

Selber kommentieren:


  1. Avatar

    Sehr schöner Bericht, der natürlich nur einen kleinen Teil des Selztals zeigen kann. Am besten mehr Zeit und damit eine Übernachtung einplanen. Die Möglichkeiten wurden ja erwähnt und auch in Stadecken gibt es mit "Das Höfchen" (https://dashoefchen.de/) eine nette Gelegenheit.

    1. Heiko Müller

      Vielen Dank, Axel, für dein Feedback und den Tipp. Das stimmt, da gibt es noch jede Menge mehr zu entdecken im Selztal. Viele Grüße, Heiko

Unsere beliebtesten Artikel: